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Venerdì, 18 Agosto 2017
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Die Pinakothek

Municipal Art Gallery

Die Museen in Cento bieten nicht nur absolute Meisterwerke der Malerei, sondern sind zugleich auch ideale Veranstaltungsorte für Ausstellungen, Konferenzen, didaktische Projekte, Theateraufführungen usw., die die historischen Räume mit Leben erfüllen und die
Kunstsammlungen einem breiten Publikum zugänglich machen.

Die Pinakothek wurde 1839 im Palazzo del Monte di Pietà (1782) eingerichtet und umfasste zunächst eine Reihe von Kunstwerken, die von den Truppen Napoleons beschlagnahmt worden waren und nach Cento zurückkehrten. Nach und nach kamen zu diesem ersten Bestand Neuerwerbungen seitens der Gemeinde und zahlreiche Kunstwerke aus Sammlungen von Institutionen und Privatleuten hinzu.

Noch heute erweitert sich der Bestand immer wieder um kostbare Arbeiten, die dank der Zusammenarbeit mit Stiftungen und Gönnern (Fondazione Cassa di Risparmio di Cento, Sir Denis Mahon, Verein der "Freunde der Städtischen Pinakothek") erworben werden können.
Die Pinakothek verfügt einschließlich Zeichnungen und Drucken über die weltweit größte Sammlung von Werken des Guercino und seiner Werkstatt und gewährt damit einen detaillierten Überblick über die gesamte künstlerische Entwicklung des Malers.
Die Werke reichen von der anfänglichen spontanen, dramatisierenden und kontrastreichen Malerei der Jugendzeit, in die die Einflüsse venezianischer Künstler (vor allem Tizian) hineinfließen, bis hin zum ausgeprägten und reifen Klassizismus mit seiner klaren Tendenz zur Idealisierung und Überhöhung.

 
Guercino's frescoes removed from the Pannini home / Fresken von Guercinoaus Casa Pannini.

Guercino war auch sehr von den Arbeiten von Ludovico Carracci beeinflusst und übernahm von diesem eine Auffassung, nach der Malerei als Kommunikation für das Volk dienen soll und das Göttliche menschlich darzustellen hat, bzw. durch die Sprache der Gesten und Blicke auf einfache und naturalistische Art Gefühle vermitteln soll.
Vorbildhaft in diesem Sinne war für Guercino das Gemälde mit dem Titel "Carraccina" (1591), das in der Pinakothek aufbewahrt wird. Die Werke, die vor 1621 entstanden ("Landschaft mit Reiter", "Fresken aus Casa Pannini" "Madonna mit Kind und den Hl. Petrus und Karl Borromäus", "Madonna del Carmine mit dem Hl. Albert", "Der Hl. Bernhard im Gebet vor der Madonna von Loreto", "Die Übergabe der Schlüssel an den Hl. Petrus", "Die Sybille"), weisen meisterhafte Farbgebung, dynamische Komposition, sehr originelle Gestaltung des Verhältnisses von Figur und Raum, volksnahen Realismus in Körper und Geste sowie eine für Guercino charakteristische vibrierende Atmosphäre der Landschaften auf. Von 1621 bis 1623 hielt sich Guercino auf Einladung des neuen Papstes Gregor XV in Rom auf. In der Ewigen Stadt schuf er Werke mit sehr kühnen Kompositionen, neuen und ungewöhnlichen Perspektiven, dynamischen Gesten und illusionistischen Effekten, aber zugleich entwickelte er eine große Sensibilität für den aufkommenden Klassisizmus, wie ihn vor allem der Maler Domenichino zum Ausdruck brachte.
Dieser Einfluss zeigte sich besonders in den Jahren 1628 bis 1630 in der sogenannten Zeit des Übergangs: Werke wie "Die Madonna mit Kind beim Segensgruß" (1629) und "Christus erscheint der Madonna" (1628- 30) weisen vereinfachte Kompositionen, verhaltenere Gesten, harmonischere Raumgestaltung und eine sehr vornehme Darstellung der Gesichter auf.
Diese Arbeiten unterliegen bereits dem Einfluss des Idealismus von Guido Reni und kündigen die letzte Phase im Werk von Guercino an, die eindeutig vom Klassizismus bestimmt wird.

Nach 1630 verschwinden die Hell-Dunkel-Kontraste und großflächigen Schattenzonen zunehmend zugunsten sehr feierlicher und monumentaler Kompositionen, die von schlichten und erhabenen Gesten, von perfekt harmonischen Gesichtern und völliger Anmut
gekennzeichnet sind.
Nach dem Tod von Guido Reni (1642) siedelte Guercino nach Bologna über, um die Leere vergessen zu machen, die dieser große Maler hinterlassen hatte, und ganz konkret dessen Auftragsarbeiten zu Ende zu führen. Ein Werk, das von dem einzigartigen stilistischen Niveau der Zeit in Bologna zeugt, ist der "Hl. Johannes d.T. in der Wüste" (1650).
Guercino starb 1666 in Bologna und wurde in der dortigen Kirche San Salvatore neben seinem Bruder Paolo Antonio beigesetzt.
Paolo Antonio Barbieri arbeitete eng mit seinem Bruder zusammen und ist in der Pinakothek ebenso mit Gemälden vertreten
wie zahlreiche andere Maler der Werkstatt von Guercino: Benedetto Zallone, Lorenzo Gennari, Bartolomeo Gennari, Benedetto Gennari Junior, Cesare Gennari, Matteo Loves.
Eine schönes Gemälde, das den Grad der Zusammenarbeit und Organisation der Künstlerwerkstatt in Cento bezeugt, ist "Das Abendmahl von Emmaus". Von diesem Werk realisierte Guercino das Gesicht und die Hände von Christus, Paolo Antonio Barbieri das Stilleben und ein dritter Maler, vermutlich Matteo Loves, den Rest.
Neben der Gemäldesammlung verfügt die Pinakothek auch über eine kostbare Sammlung von Zeichnungen aus der Werkstatt von Guercino sowie über eine ganze Reihe von Drucken (17. bis 19. Jh.) nach Werken des Meisters.

Fresken von Guercino aus Casa Pannini.
Die zwischen 1615 und 1617 von Guercino und Lorenzo Gennari gemalten Fresken stammen aus Casa Pannini und wurden 1840 auf Leinwand übertragen. 1945 gingen etwa die Hälfte dieser Fresken als Schenkungen an die Städtische Pinakothek über. Charakteristisch für diese Werke, die die Geschichten von Odysseus, von Rinaldo und Armida, aber auch Jagdszenen, Jahreszeiten, Pferde u.ä. zum
Gegenstand haben, ist die Vorliebe für Landschaften, die in der gesamten künstlerischen Produktion des Malers immer wieder auftaucht.
Unten: "Der Hl. Johannes d.T. in der Wüste" (1650) von Guercino.

 
Putto squeezing a wineskin - Galletti / Putte, die eine Weinschlauch drückt

Nicht nur Guercino.
DiePinakothek zeigt nicht nur Werke des Guercino sondern auch Arbeiten von anderen Malern und aus anderen Epochen, so zum Beispiel:

  • eine volkstümliche Statuengruppe aus Holz nordischer Herkunft, die die "Beweinung Christi" darstellt; - Werke des 16. Jh. aus der Emilia (Marcello Provenzali, Domenico Panetti, Bagnacavallo Junior, Denys Calvaert, Ludovico Carracci) und von nordischen Manieristen;
  • Stilleben aus der Malerei der Emilia des 17. Jh., darunter Beispiele für die eher volkstümliche wie für die dekorative und eher aristokratische Variante;
  • Werke aus dem 18. Jh. wie die perspektivischen und bühnenbildartigen Arbeiten aus dem Umfeld der Galli Bibiena, die leichten und chromatisch raffiniert abgestimmten Arbeiten von Ubaldo Gandolfi oder die weich und plastisch gehaltenen Werke von Ercole
    Graziani;
  • Skulpturen von Stefano Galletti, einem Bildhauer aus Cento, der in der zweiten Hälfte des 19. Jh. lebte und in ganz Italien aktiv war.

"Putte, die eine Weinschlauch drückt" (1869) von Stefano Galletti und "Hanfverarbeitung" (1615-17) von Guercino, Fresko aus dem Saal der Landschaften aus Casa Pannini.

Zugänglich in Begleitung.

 
 
 
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